Junge Pflege Kongress 2009

Job-Motor Pflege – Minister begrüßt 1.500 Pflege-Auszubildende
(Duisburg) „Der Bereich der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur zu einem regelrechten Job-Motor entwickelt, er wird angesichts der demografischen Entwicklung auch in Zukunft wachsen.“ Das gab Sozialminister Karl-Josef Laumann den 1.500 Gästen des Junge-Pflege-Kongresses am 12.Mai in Duisburg anlässlich der Verleihung des „Junge-Pflege-Preise
s 2009“ mit auf den Weg.
Der Aufruf zur Teilnahme am Junge-Pflege-Preis erfolgte bereits im Oktober 2008 – die Aufgabe lautete, sich mit der Frage auseinander zu setzen, welche Weichen heute gestellt werden müssen, damit die Pflege in Zukunft gesichert ist.
Den ersten Platz im Wettbewerb hat ein Team der Zentralschule für Gesundheitsfachberufe im Kreis Borken mit einem Beitrag "Der Weg von einer zeitorientierten zu einer bedürfnisorientierten ambulanten Pflege" belegt. Den zweiten Platz haben Auszubildenden im 2. Lehrjahr des Bildungszentrum Niederrhein für sich entschieden, die sich der Frage widmeten, wer an welchen Stellen im Gesundheitswesen zum Umdenken angeregt werden müsste. Den dritten Platz hat der 2.Ausbildungsjahrgang der LWL-Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe aus Dortmund mit einem Filmbeitrag über ein pflegerisches Gruppenangebot „Musik und Bewegung“ gewonnen.
„Der Preis“ – so Minister Karl-Josef Laumann – „ist ein wichtiger Anreiz für einen guten Wettbewerb um eine bessere Pflege.“ Die Vorsitzende des DBfK Nordwest, Marita Mauritz, zeigte sich stolz auf die Initiative der Jungen DBfK-Mitglieder: „Die AG-Mitglieder haben hier in Duisburg eine tolle Veranstaltung vorbereitet – es ist eine Freude, so viele junge Leute an einem Ort zu sehen, die den Pflegeberuf gewählt haben.“


Die Preisverleihung war in den Junge-Pflege-Kongress eingebettet. Im Vortragsteil hat Dr. Angelika Zegelin die Gäste aufgerufen, sich selbstbewusster zu zeigen. Autonomie und Anerkennung müssten sich die Pflegenden selber erarbeiten, so die Pflegewissenschaftlerin.
Unter dem Titel „Arbeiten in der Pflege – mehr als Krankenhaus und Altenheim“ haben die Pflegenden Marianne Düchting, Stephanie Möllmann, Daria Olsen und Thomas Laackmann ihre Arbeitsbereiche vorgestellt, z.B. aus der Familiengesundheitspflege, der Freiberuflichkeit, der forensischen Psychia
trie und der Katastrophenhilfe.
Die Jugend liebt den Luxus, sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und plaudert, wo sie arbeiten sollte - meinte schon der griechische Philosoph Sokrates vor fast 2.500 Jahren. Der Pädagoge German Quernheim hat sich in seinem Beitrag dem Konflikt der Generationen zugewandt. Konstruktivität und Gelassenheit – das sind die Eigenschaften, die es braucht, um Konflikte zu entschärfen.
Gelassenheit ist sicher auch eine Stärke von Stella Braam - die Autorin hat ihren Vater begleitet, als dieser an Alzheimer erkrankte. Ihre Erfahrungen hat sie in einem Buch dokumentiert. Sie präsentierte einen Filmbeitrag vor diesem Hintergrund.

Wer sich für Gesund hält, wurde nur noch nicht gründlich genug untersucht: Für den Arzt, Theologen und Schriftsteller Dr.Manfred Lütz ersetzt die Gesundheitswirtschaft die Religionen – die Gesundheitsorientierung in allen Lebenslagen wird zur Glaubensfrage, der Besuch des Fitnessstudios ersetzt das Büßen, die Krankenhäuser sind die Kathedralen der Neuzeit. Lustig war es, die Botschaft von Lütz stimmte dennoch nachdenklich: Gesundheit ist zur Ideologie geworden und die Lebenslust ernsthaft gefährdet.
Soviel ist sicher – am 12.Mai kam die Lebenslust in Duisburg nicht zu kurz.
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