DBfK aktuell - Juni 2026

„Nicht auf sich allein gestellt zu sein, macht einen echten Unterschied“

DBfK aktuell: Herr Stricker-Wolf, Sie begleiten im DBfK Südwest seit vielen Jahren Mitglieder in schwierigen Situationen im Beruf. Warum ist diese Beratung so wichtig?
Frank Stricker-Wolf: Weil Pflegefachpersonen im Berufsalltag oft stark unter Druck stehen – fachlich, rechtlich und menschlich. Viele erleben Konflikte, Unsicherheit oder Überforderung und wissen zunächst nicht, an wen sie sich wenden können. Gerade dann ist es wichtig, einen starken Berufsverband an der Seite zu haben.

Viele Mitglieder kommen auf uns zu, wenn sie erst einmal klären müssen, woran sie sind. Dann geht es darum, die Situation einzuordnen, Rechte und Handlungsmöglichkeiten zu klären und zu besprechen, was als Nächstes sinnvoll ist.

Mit welchen Anliegen wenden sich Mitglieder besonders häufig an Sie?
Ein großer Teil der Anfragen betrifft arbeitsrechtliche Themen. Es geht um Kündigungen, Abmahnungen, Versetzungen, Probleme mit Dienstplänen, Vertragsfragen, Zeugnisse, Vergütung oder längere Krankheitsausfälle. Dahinter stehen oft nicht nur formale Fragen, sondern ganz konkrete Sorgen: Wie verhalte ich mich jetzt? Was kann ich tun? Wie kann es beruflich weitergehen?

Dann schauen wir gemeinsam auf den konkreten Fall: Was ist passiert, wie ist die Lage einzuschätzen und welcher Schritt ist jetzt sinnvoll? Mal geht es darum, ein Gespräch mit dem Arbeitgeber vorzubereiten, mal darum, einen Konflikt genauer zu bewerten oder einen Wechsel in den Blick zu nehmen. Wenn es hart auf hart kommt, können wir unseren Mitgliedern auch zügig rechtliche Beratung durch einen Anwalt vermitteln.

Welche Probleme verschärfen sich aus Ihrer Sicht derzeit in der Pflege besonders?
In vielen Einrichtungen hat der Druck deutlich zugenommen. Fachkräftemangel, wirtschaftlicher Druck und Schwächen in Führung und Organisation führen dazu, dass Konflikte häufiger und komplizierter werden. Immer wieder berichten Mitglieder von mangelnder Wertschätzung, problematischen Führungsstrukturen und Situationen, in denen sie sich alleingelassen fühlen.

Für die Betroffenen geht es dabei oft um weit mehr als um ein Problem im Arbeitsalltag. Es geht um persönliche Krisen, um Erschöpfung, um Ängste und um die Frage, wie lange man unter solchen Bedingungen noch arbeiten kann. Gerade in solchen Phasen zeigt sich: Nicht auf sich allein gestellt zu sein, macht einen echten Unterschied.

Frank Stricker-Wolf
Frank Stricker-Wolf
Mitgliedschaft im DBfK bedeutet nicht nur Haltung zu zeigen, sondern auch ganz konkrete Unterstützung im Berufsalltag zu bekommen.

Was kann die Beratung des DBfK in solchen Situationen leisten?
Wir helfen Mitgliedern, ihre Situation einzuschätzen, ihre Rechte zu verstehen und sich auf die nächsten Gespräche oder Entscheidungen vorzubereiten. Gerade wenn der Druck groß ist, ist es wichtig, mit jemandem sprechen zu können, der den Pflegealltag kennt und die Lage nüchtern mit einem durchgeht.

Unsere Beratung erschöpft sich nicht darin, Fragen zu beantworten. Für viele ist sie eine verlässliche Unterstützung, wenn Konflikte, Erschöpfung oder Unsicherheit zusammenkommen.

Gilt dieses Angebot auch für Auszubildende und Studierende?
Ja, selbstverständlich. Jedes DBfK-Mitglied kann die Beratung in Anspruch nehmen – unabhängig davon, ob jemand in der Ausbildung, im Studium oder bereits mitten im Berufsleben steht.

Mit welchen Themen kommen Auszubildende besonders häufig auf Sie zu?
Oft geht es um Fehlzeiten, die Anerkennung von Ausbildungsleistungen, Überlastung, Probleme in der praktischen Ausbildung oder um Schwierigkeiten rund um Prüfungen. Immer wieder erleben Auszubildende auch, dass sie Aufgaben übernehmen sollen, auf die sie noch nicht ausreichend vorbereitet sind, oder dass die Praxisanleitung nicht in der nötigen Qualität stattfindet.

Wenn Sie die Beratungsarbeit zusammenfassen müssten: Was ist ihr Kern?
Entscheidend ist, dass Pflegefachpersonen und Auszubildende bei Problemen im Beruf eine verlässliche Anlaufstelle haben. Genau das ist für viele ein wichtiger Teil der Mitgliedschaft im DBfK: dass ihre Interessen nicht nur berufspolitisch vertreten werden, sondern sie auch konkrete Unterstützung bekommen, wenn es schwierig wird.

Was möchten Sie unseren Leser:innen im Rahmen der Mitglieder-Kampagne „DBfK PlusEins“ mitgeben?
Mitgliedschaft im DBfK bedeutet nicht nur Haltung zu zeigen, sondern auch ganz konkrete Unterstützung im Berufsalltag zu bekommen. Wer Mitglied ist, hat Zugang zu Beratung, Orientierung und einem starken Netzwerk.

Deshalb ist „DBfK PlusEins“ eine gute Gelegenheit, Kolleg:innen auf diesen Mehrwert aufmerksam zu machen. Denn oft wird erst in einer schwierigen Situation klar, wie wichtig es ist, einen starken Verband an seiner Seite zu wissen.

Vielen Dank!


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