Der DBfK setzt sich seit über 120 Jahren für die Belange der professionell Pflegenden ein. Die Notwendigkeit, berufspolitisches Verständnis bei den Pflegenden zu wecken, erkannte die Gründerin unseres Verbandes, Agnes Karll, schon sehr früh, als sie an die eigene Berufsgruppe appellierte: „Wer soll uns denn unseren Beruf aufbauen, wenn wir es selbst nicht tun?“ Dieser Appell ist heute so aktuell wie damals.
Als größter Berufsverband für alle beruflich Pflegenden in Deutschland wollen wir unsere Profession fachlich und politisch voranbringen. Gerade die jungen Pflegenden müssen künftig ihren Beitrag zum Voranbringen des Pflegeberufs leisten und die Profession selbstbewusst im Gesundheitswesen, in der Gesellschaft und in der Politik vertreten. Die zukünftigen Kolleg:innen sollen in die Lage versetzt werden, sich aktiv in die Diskussionen und Entwicklungen im Gesundheitswesen einzubringen.
Wir möchten mit Auszubildenden und Studierenden darüber
sprechen, wie berufspolitische Entscheidungen entstehen, was sie mit ihrem
künftigen Berufsalltag zu tun haben und wie Pflegende selbst Einfluss nehmen
können. Dabei stellen wir auch die Arbeit, Ziele und Angebote des DBfK vor. Die
Weiterentwicklung der Ausbildung in den Pflegeberufen ist seit jeher ein
wesentliches Thema unseres Verbands. Berufspolitischer Unterricht gehört zur
Ausbildung dazu und diesen bieten wir auch als Berufsverband an: Wir kommen zu
euch, gestalten für Pflegeschulen eine Unterrichtseinheit, vor Ort oder
virtuell. Das sind 90 Minuten kompakte Berufspolitik zum
Anfassen, anschaulich erklärt, aktuell und kostenfrei.
Wenn Berufspolitik ganz konkret wird
Wie eindrucksvoll 90 Minuten Berufspolitik wirken können, zeigte sich im April im Saarland. Dort fand der Berufspolitische Unterricht nicht im Klassenzimmer statt, sondern an einem Ort, an dem politische Entscheidungen sichtbar werden: im Saarländischen Landtag.


Am 23. April 2026 war eine Klasse der CEB Pflegeakademie Katharine Weißgerber zu Gast im Landtag. Eingeladen hatte Dagmar Heib, CDU-Landtagsabgeordnete und Vizepräsidentin des Saarländischen Landtages. Möglich wurde der Termin durch Marc Helfen, DBfK Südwest-Vorstandsmitglied, Präsident des Landespflegerats und im Saarland berufspolitisch bestens vernetzt.
Für die Auszubildenden war es ein besonderer Unterrichtstag. Viele von ihnen sind für die Pflegeausbildung nach Deutschland gekommen und bringen Erfahrungen aus unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Systemen mit. Im Gespräch ging es deshalb nicht nur um parlamentarische Abläufe und Gesundheitspolitik, sondern auch darum, was demokratische Beteiligung konkret bedeutet.
Besonders eindrücklich war die Reaktion eines Auszubildenden. Er sagte sinngemäß, dass man in seinem Herkunftsland nicht einmal in die Nähe von Regierungsgebäuden gehen dürfe. Hier aber nehme sich eine Landtagsvizepräsidentin Zeit, um direkt mit Auszubildenden in der Pflege zu sprechen.
„Genau darum geht es beim Berufspolitischen Unterricht: Politik wird greifbar. Auszubildende erleben, dass Pflege Fragen stellen darf, ernst genommen wird und mitgestalten kann“, so Marc Helfen.
Natürlich findet nicht jeder Berufspolitische Unterricht im Landtag statt. Meistens kommen wir dorthin, wo Ausbildung jeden Tag passiert: in die Pflegeschule, in den Kursraum oder digital. Aber der Kern ist derselbe: Junge Pflegende verstehen, dass Personalausstattung, Ausbildungsqualität, Anerkennung und Mitbestimmung politisch entschieden werden – und dass Pflege eine starke Stimme braucht.
Damit noch mehr Auszubildende diese Erfahrung machen können, brauchen wir eure Unterstützung. Sprecht eure kooperierende Pflegeschule auf den Berufspolitischen Unterricht des DBfK an, gebt den Hinweis an Lehrende, Praxisanleitende oder Schulleitungen weiter – und helft mit, Berufspolitik dorthin zu bringen, wo die nächste Generation Pflegefachpersonen gerade steht.
