DBfK aktuell - November 2026

Pflegestrukturkommission eingesetzt: Wir verschaffen der Pflegepraxis Gehör

Die Bundesregierung hat offiziell die neue Pflegestrukturkommission berufen. Das 13-köpfige Gremium unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Georg Cremer und Prof. Gabriele Kuhn-Zuber hat die gewaltige Aufgabe, Empfehlungen für eine krisenfeste und zukunftssichere Pflegeversicherung zu erarbeiten.

Ein Blick auf die Zusammensetzung der Kommission zeigt ein vielschichtiges Bild:

  • Positiv zu bewerten ist ohne Zweifel die Einbindung ausgewiesener pflegewissenschaftlicher Fachexpertise – allen voran durch Prof. Dr. Martina Hasseler – sowie weiterer Expert:innen aus Recht, Sozialpolitik und Ökonomie. Damit sind wichtige wissenschaftliche Grundlagen im Gremium verankert.
  • Die Kehrseite der Medaille: Die unmittelbare Vertretung der Pflegepraxis sucht man am Kommissionstisch vergebens.


Warum wir jetzt von außen laut sein müssen

Für den DBfK ist klar: Wenn die Politik die professionelle Pflege nicht direkt an den Verhandlungstisch holt, müssen wir der Praxis von außen umso lauter Gehör verschaffen!

Dazu haben wir der Kommission unser DBfK-Positionspapier mit pflegefachlichen Empfehlungen zugeschickt, in dem wir klarstellen, dass rein theoretische Reformkonzepte oder ökonomische Rechenmodelle zu kurz greifen, wenn sie an den Versorgungsrealitäten der professionell Pflegenden vorbeigeplant werden. Eine Debatte, die sich primär um die Umverteilung von Finanzströmen dreht, löst keinen einzigen Engpass vor Ort. Wer die Pflegeversicherung dauerhaft stabilisieren will, muss zwingend die berufliche Autonomie und die Handlungskompetenzen der Pflegefachpersonen stärken.

Damit die Pflegestrukturkommission nicht an den drängenden Problemen des Alltags vorbeiberät, haben wir mit unserem aktuellen Positionspapier einen klaren Fahrplan vorgelegt. Wir zeigen auf, welche Weichen jetzt gestellt werden müssen – damit Reformen bei den Menschen mit Pflegebedarf und den Pflegenden ankommen:

  • Echte Autonomie statt bloßer Delegation: Warum die Pflege eigene Leistungs- und Verordnungsrechte benötigt.
  • Qualitäts- und Effizienzmotoren nutzen: Wie Advanced Practice Nurses (APN) und Community Health Nurses (CHN) Versorgungslücken schließen.
  • Langfristige Finanzierung sichern: Wie die Auflösung der Sektorengrenzen und die Befreiung der Pflegekassen von versicherungsfremden Leistungen das System finanziell entlasten.

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