Die erfahrene Pflegeexpertin Dr. Sabine Berninger hat am 1. Januar 2026 die Geschäftsführung des DBfK Südost und der Gesellschaft für Gesundheits- und Pflegebildung in Bayern übernommen. Seit 2021 ist sie Vorstandsvorsitzende des Regionalverbandes und führt dieses Amt übergangsweise weiter bis zur Mitgliederversammlung 2026 am 2. Juli. Über ihre Motivation und anstehende Aufgaben spricht sie im Interview.

Sabine Berninger ist gelernte Krankenschwester und hat die Fachweiterbildung Anästhesie und Intensivpflege, eine Qualifizierung zur Praxisanleitung und eine Weiterbildung zur Leitung einer Station/eines Funktionsbereichs abgeschlossen. Sie verfügt außerdem über ein Diplom in Pflegemanagement, einen M.A. in Personalentwicklung und eine Promotion in Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt Pflegemanagement. Zuletzt war sie viele Jahre als Pflegedirektorin tätig.
Seit 2009 engagiert sich Sabine Berninger ehrenamtlich im DBfK, war unter anderem in der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Pflegemanagement sowie als Vizepräsidentin im Bundesvorstand aktiv, und ist seit 2021 Vorstandsvorsitzende des DBfK Südost.
Liebe Sabine Berninger, nochmal ganz
herzlich willkommen als Geschäftsführerin des DBfK Südost. Zum Einstieg: Was hat Sie ursprünglich
motiviert, den Pflegeberuf zu ergreifen?
Die
Ausbildung in der Pflege habe ich begonnen, weil ich fasziniert
von Jugendbüchern war, in denen eine „Intensivschwester“ mit all ihren Aufgaben
und ihrem Wissen die Hauptrolle spielte. Das fand ich toll und ich wollte auch
so werden. Sehr schnell habe ich gemerkt: Pflege ist mein Ding – und das ist
heute auch noch so! Ich bin stolz darauf, dass ich diesen Beruf erlernt habe
und ihn aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erleben durfte.
Wie bringen
Sie Ihre langjährige und fundierte Berufserfahrung in Ihre Ehrenämter und jetzt
in Ihre Arbeit als Geschäftsführerin ein?
Mein
Praxiswissen war die Basis für die ehrenamtliche Tätigkeit und ist es jetzt für
meine neue Aufgabe: Ich kenne die Pflege aus vielen Blickwinkeln – als
Pflegefachperson, als Leitungskraft und in der Lehre. Diese Erfahrungen helfen
mir, die Anliegen der beruflich Pflegenden praxisnah und fundiert zu vertreten.
Die Pflege steht aktuell vor großen
Herausforderungen. Wo sehen Sie derzeit
die größten Handlungsbedarfe – und welche Chancen ergeben sich daraus für die
Profession?
Die
größten Herausforderungen liegen für mich darin, weiterhin Menschen für den
Beruf zu begeistern und unsere Profession weiterzuentwickeln – vor allem in
Bezug auf die neuen Rollen und Berufsfelder, die ausgestaltet und in unser
Gesundheitssystem integriert werden müssen. Dabei spielt auch die Verankerung
und Ausweitung der Befugniserweiterung eine große Rolle – und zwar nicht nur
arbeitsrechtlich, sondern auch im Leistungsrecht.
Gleichzeitig
sehe ich große Chancen, die Pflege klar als eigenständige, wertvolle Profession
zu positionieren. Wenn wir unsere Kompetenz zeigen, politisch gut vernetzt
arbeiten und dies auch kommunizieren, können wir wirklich etwas bewegen – für
die beruflich Pflegenden und für die Menschen, die wir versorgen. Dazu müssen
wir ein Selbstbewusstsein entwickeln, das auf Kompetenz und Fachlichkeit
basiert, und uns politisch und beruflich vernetzen.
Mit Blick auf die kommenden zehn Jahre: Welche Rolle kann der DBfK Südost
dabei einnehmen?
Wir
bündeln die Interessen unserer Mitglieder und machen sie politisch sichtbarer,
zum Beispiel in unserer Rolle als Regionalverband im DBfK. Und damit sind wir
über den Bundesverband auch Mitglied im Deutschen Pflegerat, der übergreifend
die Interessen unserer Profession vertritt. Regional sind wir über die
Landespflegeräte politisch aktiv. In Sachsen-Anhalt setzen wir uns
beispielsweise aktiv für die Gründung einer beruflichen Selbstverwaltung ein.
Und natürlich arbeiten wir als DBfK auch sehr intensiv fachlich-inhaltlich, um
die Pflegefachpersonen und die Pflege zu stärken.
Zum Abschluss noch eine persönliche
Frage: Wie schaffen Sie neben Ihrem
beruflichen und ehrenamtlichen Engagement Ausgleich, wie verbringen Sie Ihre
Freizeit?
Früher
war ich viel auf der Skipiste und in den Bergen unterwegs, heute fahre ich
lieber Rad – seit Kurzem auch E-Bike, weil man damit einfach weiterkommt.
Außerdem liebe ich Opern- und Theaterbesuche. Und wenn ich mit dem Zug zu
Arbeit fahre, nutze ich die Zeit, um ein wenig zur Ruhe zu kommen und mich auf
neue Projekte vorzubereiten.