Ob Pandemie, Hochwasser oder Evakuierung: Pflegefachpersonen sichern Versorgung auch unter extremen Bedingungen. Sie koordinieren Abläufe, kommunizieren mit Patient:innen, Angehörigen und vulnerablen Gruppen und halten den Betrieb aufrecht.
Dennoch sind sie in vielen Einrichtungen bislang nicht systematisch in Krisenstäbe und Entscheidungsstrukturen eingebunden. Im neuen Positionspapier des DBfK Südost heißt es pointiert: „Pflegefachpersonen arbeiten an den entscheidenden Schnittstellen zwischen Versorgung, Organisation und Kommunikation – genau dort, wo Krisen entschieden werden.“
Herausgeberin des Positionspapiers ist die Fachgruppe „Katastrophen- und Krisenmanagement in der Pflege“ im DBfK Südost. Sie hat sich im Juli 2025 gegründet und bündelt pflegefachliche Expertise aus Praxis, Lehre und Wissenschaft.
Vom Flickenteppich zur Struktur
Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen ein wiederkehrendes Muster: Statt klarer Zuständigkeiten und abgestimmter Prozesse dominieren Einzelinitiativen und improvisierte Lösungen. Wertvolle pflegerische Expertise bleibt ungenutzt, obwohl sie gerade in der Präklinik, in der psychosozialen Unterstützung und in der Versorgung vulnerabler Gruppen unverzichtbar ist.
Prävention, Resilienz und Zusammenarbeit
Das Positionspapier fordert ein Umdenken: Prävention muss vor Reaktion stehen, denn „Resilienz entsteht nicht im Ernstfall, sondern durch Vorbereitung, Training und gute Zusammenarbeit.“ Dazu gehören Risikoanalysen, regelmäßige Übungen, klare Kommunikationswege und eine widerstandsfähige Infrastruktur. Ebenso zentral ist die interprofessionelle Zusammenarbeit; dazu müssen Pflegefachpersonen verbindlich Leitungs- und Entscheidungsfunktionen haben.
Qualifikation stärken, Rollen klären
Ein zentrales Anliegen ist die Weiterentwicklung von Qualifikationen wie „Disaster Nursing“. Katastrophen- und Krisenmanagement soll fest in Aus-, Fort- und Weiterbildung der Pflege verankert werden – von der Kommunikation über Triage bis zur psychosozialen Begleitung.