Auf dem Junge Pflege Kongress Nordwest 2026 haben junge Pflegende gemeinsam ihren Berufsstolz gesucht und gefunden. Mehr als 2.800 Teilnehmende waren dabei.
„Hat jemand meinen Berufsstolz gesehen?“ Mit einem szenischen Einstieg in den Junge Pflege Kongress Nordwest 2026 am 7. Mai in Bochum machte die AG Junge Pflege Nordwest direkt klar, worum es geht: den Stolz auf die selbstgewählte Profession, der zum Teil versteckt ist hinter Papierkram, vollgestopften Dienstplänen und den zahlreichen strukturellen Herausforderungen im Berufsalltag. Aber jede (angehende) Pflegefachperson hat gute Gründe, ihn in sich zu tragen und sich selbst immer wieder ins Bewusstsein zu rufen: Das, was ich mache, ist wichtig. Ich bin wichtig. Und ich bin stolz auf meinen Beruf.

Eine zunehmend selbstbewusste Generation trägt den Beruf
Dieser thematische rote Faden zog sich durch das gesamte Programm, das zum Perspektivwechsel einlud, Mut machte und Vorurteile abräumte. Mit dabei war auch in diesem Jahr die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, die über Mythen zur Pflegeausbildung aufklärte und mit Fakten dagegenhielt. Denn auch hartnäckige Fehlannahmen über die Generalistik und die neue Generation von Auszubildenden („Die können und lernen ja nichts mehr“) stehen dem Selbstbewusstsein junger Pflegender im Weg.
DBfK Nordwest-Geschäftsführerin Sandra Mehmecke ermutigte dazu, laut zu sein. Überall da, wo über Pflege entschieden wird, ohne Pflegende zu hören; wo schlechte Bedingungen als „normal“ verkauft werden; wo junge Menschen Verantwortung übernehmen, ohne gehört zu werden.

Vor allem ging es aber um das Bewusstmachen, was professionelle Pflege ist. Von der Entstehungsgeschichte des Pflegeberufs über die berufliche Verantwortung bis hin zu dem sehr weit gefassten beruflichen Selbstverständnis von Pflegefachpersonen nach den neuen Definitionen des International Council of Nurses.
„Pflege ist so viel mehr!“, brachte Götz Keuthage, Co-Koordinator der AG Junge Pflege Nordwest, auf den Punkt. „Wir beobachten, schätzen ein, planen, handeln und stimmen uns mit anderen Berufsgruppen ab. Wir begleiten Menschen und hören zu, handeln präventiv, erkennen Risiken, beugen vor und reagieren eigenständig. Wir beschränken uns nicht auf den einzelnen Menschen, sondern beziehen sein Lebensumfeld mit ein!“ Viele gute Gründe für eine gesunde Portion Berufsstolz. Und mit genau dieser Kernbotschaft, die hoffentlich noch lange nachwirken wird, verabschiedete die AG Junge Pflege Nordwest die über 2.800 Teilnehmenden: „Wir sind Auszubildende, Studierende, Berufseinsteiger:innen. Wir sind die Zukunft! Schon jetzt!“
Übrigens: Auch der Junge Pflege Kongress Nordwest 2027 hat bereits einen Termin. Am 20.05.2027 geht der größte Kongress für junge Pflegende im deutschsprachigen Raum in die nächste Runde.
