Der Junge Pflege Kongress Nordwest am 7. Mai 2026 steht in diesem Jahr unter dem Motto „Proud to become a nurse!“.
Was Berufsstolz ausmacht und warum er so wichtig für angehende
Pflegefachleute ist – darüber haben wir mit Jana Feldwieser-Knahl von der AG
Junge Pflege Nordwest gesprochen.
Warum ist Berufsstolz in der professionellen Pflege – insbesondere auch bei jungen Menschen – aus deiner Sicht so wichtig?
Ich bin überzeugt, dass eine
,stolze‘
Pflegeprofession viele Auswirkungen hat. Vor allem auf die Gesellschaft.
Unsere Profession befindet sich, meiner Auffassung nach, gerade an einer
Gabelung, wie wir uns in Deutschland weiterentwickeln. Die jungen Kolleg:innen
brauchen jetzt Mut und Entschlossenheit, selbstbewusst die Zukunft
mitzugestalten. Im großen Stil. Und wie würde man diesen Weg beschreiten, wenn
man nicht stolz auf seinen Beruf ist?
Was bedeutet Berufsstolz in der Rolle als Pflegefachperson für dich ganz konkret?
Ich musste bei mir selbst anfangen. Ich musste
anerkennen, dass ich eine Fachkompetenz besitze und dass die pflegerischen
Interventionen in meinem beruflichen Alltag hochkomplex und gut durchdacht
sind, von mir selbst! Und vor allem, dass mein Berufsstand mehr ist als
der oft implizierte Assistenzberuf. Aber so wurde die Pflege in
Deutschland historisch
,erzogen‘
. Nachdem also mein Berufsstolz
(langsam) gewachsen ist, konnte ich meine pflegerische Expertise selbstbewusst erweitern,
begründen und vertreten. Das hat mich in meiner Rolle wachsen lassen und
die Qualität meiner Arbeit verbessert.
Wenn in der medialen Öffentlichkeit über professionell Pflegende gesprochen wird, geht es meistens um ihren hohen Belastungsgrad und weniger um ihr vielfältiges Aufgabenspektrum, ihre Fachlichkeit oder ihre wichtige gesellschaftliche Funktion. Wie können beruflich Pflegende dazu beitragen, dass das, was ihren Beruf auszeichnet, noch besser sichtbar wird?
Ganz klar: Organisiert euch! Wir sind nicht sichtbar, weil
die Mehrheit unserer Berufsangehörigen sich dazu entschieden hat, im ,Unsichtbaren‘ zu bleiben. Damit meine ich den
Organisationsgrad der Pflege in Deutschland von unter zehn Prozent. Es
stimmt, dass es schier unmöglich ist, nach einer 11-Tage-Woche und nach
anstrengenden Diensten auch noch die Bevölkerung, die Medien und die Politik
davon zu überzeugen, welche unverzichtbare Rolle wir in der Gesellschaft
einnehmen. Aber dann unterstützt durch eine Mitgliedschaft bitte die Menschen,
die langfristig gesehen etwas an der öffentlichen Wahrnehmung ändern können,
weil sie es für uns hauptberuflich machen.
Und wenn du eine einzige Sache hervorheben müssest: Warum bist du stolz, Pflegefachperson zu sein?
Ich bin stolz, eine Pflegefachperson zu sein, weil ich so
langsam durchdringe, welchen gesellschaftlichen Mehrwert unser Berufsstand
haben könnte. Auf vielen Ebenen. Von der einzelnen Familie, die wir betreuen,
bei der pflegerischen Versorgung zuhause bis hin zur Erfassung, Bewertung und
Bearbeitung von Versorgungsbedarfen ganzer Regionen. Pflege kann auf jeder
gesellschaftlichen Ebene einen Impact haben. Wir müssen es uns hier in
Deutschland nur langsam selbst zutrauen, so entschlossen sein und alle anderen
überzeugen!
Übrigens: Im Rahmen des Junge Pflege Kongress Nordwest 2026 am 7. Mai gibt es eine Mitmachaktion. Auszubildende und Schulklassen, die uns in einer Videobotschaft mitteilen, warum sie stolz sind, Pflegefachpersonen zu werden, haben die Chance auf Freikarten. Alle Infos zur Teilnahme gibt es auf unserer Webseite.
