DBfK aktuell - April 2026

Von APN bis Pflegeinitiative: Aktuelle Entwicklungen im DACH-Raum

Beim diesjährigen DACH-Arbeitstreffen im März 2026 in Wien kamen Vertreter:innen der Pflegeverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen, um sich über aktuelle berufspolitische Entwicklungen auszutauschen und gemeinsame Perspektiven zu diskutieren. 

Gastgeber war der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV). Für den DBfK nahm Präsidentin Vera Lux teil, ebenso Kolleg:innen des Schweizer Berufsverbands SBK-ASI. Im Mittelpunkt des Treffens standen zentrale Entwicklungen in den drei Ländern, die deutlich machen, wie dynamisch sich die Pflegepolitik im deutschsprachigen Raum derzeit gestaltet. Aus Österreich wurde insbesondere über eine Initiative der Arbeiterkammer berichtet, die eine vereinfachte Berentung für langjährig tätige Pflegefachpersonen vorsieht. Diese Initiative wird vom ÖGKV aktiv unterstützt und zielt darauf ab, die besonderen Belastungen des Berufs stärker anzuerkennen. 

Ein weiterer Schwerpunkt in Österreich ist die Weiterentwicklung von Advanced Practice Nursing (APN). Der ÖGKV hat hierzu im Oktober 2025 eine Kurzbroschüre veröffentlicht, die auf Ergebnissen einer Arbeitsgruppe Pflege beim österreichischen Obersten Sanitätsrat beruht. Der Verband hat dazu eine kompakte und praxisrelevante Version der Inhalte zur Verfügung gestellt. Dies unterstreicht die zunehmende Bedeutung erweiterter Pflegekompetenzen im gesamten DACH-Raum. 

Die APN-Broschüre zum Download 

Das Thema APN werden wir auch gemeinsam mit den Berufsverbänden aus Österreich und der Schweiz in einem Webtalk am 29. April 2026 aufgreifen. 

Auch aus der Schweiz wurden weitreichende Entwicklungen berichtet. Unter der Federführung des SBK konsolidiert sich derzeit die „alliance care“ als gemeinsamer Dachverband Pflege und es wird ein nationaler Pflegerat aufgebaut. Die Delegiertenwahlen in den Mitgliedsverbänden laufen aktuell. Der SBK prägt die zukünftige Ausrichtung des maßgeblichen Gremiums mit. 

Die Umsetzung der Schweizer Pflegeinitiative ist inzwischen in ihre zweite Phase eingetreten. Nachdem zunächst Verbesserungen in der Ausbildung umgesetzt wurden, stehen nun Fragen der gesetzlichen Regelung der Arbeitsbedingungen im Fokus. Die Verhandlungen, beispielsweise zur Reduktion der Höchstarbeitszeit und der Normalarbeitszeit oder der Zuschläge, gestalten sich naturgemäß komplex, da sie nicht nur die Pflege, sondern das gesamte Gefüge der Gesundheitsberufe betreffen und entsprechend weitreichende Auswirkungen haben. Der SBK ist mit den getroffenen Regelungen wenig einverstanden. 

Das Treffen in Wien hat einmal mehr gezeigt, dass die Herausforderungen und Reformprozesse in den drei Ländern unterschiedlich weit fortgeschritten sind, sich jedoch inhaltlich stark überschneiden. Themen wie die Stärkung erweiterter Pflegekompetenzen, bessere Rahmenbedingungen und die strukturelle Einbindung der Profession stehen überall im Zentrum. 

Für den DBfK und seine Mitglieder bietet der Austausch im DACH-Raum eine wichtige Grundlage, um Entwicklungen einzuordnen, voneinander zu lernen und gemeinsame berufspolitische Positionen weiterzuentwickeln. Die Gespräche in Wien haben deutlich gemacht: Die Pflege ist in Bewegung – und die nächsten Jahre werden entscheidend dafür sein, wie nachhaltig sich die Profession in den Gesundheitssystemen positionieren kann.

Im Austausch beim DACH-Treffen (v.l.): Elisabeth Potzmann (ÖGKV), Franz Elmer (SBK); Vera Lux (DBfK),Miriam Rittmann (SBK), Peter Tackenberg (DBfK) und Inge Koeberl-Hiebler (ÖGKV).
Im Austausch beim DACH-Treffen (v.l.): Elisabeth Potzmann (ÖGKV), Franz Elmer (SBK); Vera Lux (DBfK),Miriam Rittmann (SBK), Peter Tackenberg (DBfK) und Inge Koeberl-Hiebler (ÖGKV).

Diese Webseite nutzt externe Komponenten, wie z.B. Schriftarten, Karten, Videos oder Analysewerkzeuge, welche alle dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Verhalten zu sammeln. Weitere Informationen zu den von uns verwendeten Diensten und zum Widerruf finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.
Ihre Einwilligung dazu ist freiwillig, für die Nutzung der Webseite nicht notwendig und kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.