DBfK aktuell - April 2026

Pflege gestaltet Gesundheitsversorgung in der Lausitz

Die Lausitz steht – wie andere ehemalige Bergbauregionen Deutschlands – vor tiefgreifenden strukturellen, wirtschaftlichen und demografischen Veränderungen. Mit dem Projekt „Neuausrichtung der regionalen Gesundheitsversorgung durch Community Health Nursing in der Lausitz“ (ReGuLa) entsteht ein Ansatz, der die Gesundheitsversorgung im strukturschwachen Raum nachhaltig stärken soll.

Das Verbundprojekt ist Teil des Netzwerks Gesunde Lausitz (com(m)2020), einem WIR2!-Bündnis für kommunale Innovationen in der regionalen Gesundheitsversorgung. Es läuft von Juli 2025 bis März 2028 und wird als Verbundvorhaben von der Medizinischen Universität Lausitz und der Evangelischen Hochschule Dresden umgesetzt.

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Vor Ort in Spremberg übernimmt derzeit Rebekka Kauthe als Community Health Nurse (CHN) eine zentrale Rolle in der Betreuung der Menschen in der Region. Sarah Fabisch verantwortet das Projekt als Community Health Nurse sowie Projektleitung und steuert die konzeptionelle und organisatorische Umsetzung.

Versorgung im Alltag

Der Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe zählt rund 1.800 Einwohner:innen, verfügt jedoch über keine eigene medizinische Versorgungsstruktur mehr. Vor Ort existiert lediglich eine Physiotherapiepraxis; ambulante Pflegedienste kommen aus umliegenden Ortsteilen. Eine Apotheke gibt es ebenfalls nicht.

Die nächstgelegenen Arztpraxen im Stadtgebiet von Spremberg sind stark ausgelastet, zusätzliche Behandlungskapazitäten stehen kaum zur Verfügung. Für viele Bewohner:innen bedeutet das: erschwerter Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung. Besonders betroffen sind Menschen mit chronischen Erkrankungen, die medizinische Betreuung oder neue Rezepte benötigen.

Community Health Nursing als neuer Ansatz

Rebekka Kauthe und Sarah Fabisch setzen mit ReGuLa folgende Ziele um:

  • Aufbau wohnortnaher Angebote zur Gesundheitsförderung und Prävention
  • Vernetzung der Akteur:innen im Gesundheitswesen
  • niedrigschwellige Beratung zu Gesundheit, Krankheit und Pflege
  • Begleitung chronisch kranker Menschen, z. B. durch Hausbesuche
  • Unterstützung bei der Organisation der häuslichen Versorgung
  • Stärkung der Pflege als eigenständige Profession in der Primärversorgung


Vom Bedarf zur konkreten Lösung

Am Beginn steht eine umfassende Analyse der lokalen Versorgungssituation. Die Community Health Nurses erheben Bedarfe, führen Gespräche mit Bürger:innen und tauschen sich mit lokalen Akteur:innen aus. Auf dieser Grundlage werden passgenaue Angebote entwickelt.

Bereits in der aktuellen Aufbauphase wurden erste Maßnahmen umgesetzt:

  • Zwei zentral gelegene Räumlichkeiten wurden angemietet. Sie dienen künftig als Anlaufstelle für Beratung, Schulungen, Informationsangebote und perspektivisch auch für medizinische Behandlungen.
  • Zudem finden erste Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung statt, um das Projekt vorzustellen und Bedarfe sichtbar zu machen. Diese Formate sollen künftig regelmäßig angeboten werden. Parallel dazu werden gezielt Netzwerke mit regionalen Partner:innen aufgebaut.


Ein Modell für die Zukunft

ReGuLa ist mehr als ein einzelnes Projekt. Es ist ein Modell für die Gesundheitsversorgung in strukturschwachen Regionen. Durch die Verbindung von pflegerischer Expertise, Prävention, sozialer Unterstützung und regionaler Vernetzung entsteht ein Ansatz, der Versorgungslücken schließt und Menschen dort erreicht, wo sie leben. Die Pflege übernimmt dabei eine Schlüsselrolle – als verbindendes Element zwischen medizinischer Versorgung, sozialer Unterstützung und Alltagsbegleitung. Für Schwarze Pumpe bedeutet das: mehr Gesundheit, mehr Teilhabe und mehr Sicherheit im Alltag.


Mehr Informationen zum Projekt

Eine weitere CHN-Stelle ist im Projekt aktuell noch zu besetzen: Stellenausschreibung.

Vor-Ort-Termin beim Verbundprojekt ReGuLa mit (v.l.) Rebekka Kauthe (CHN), Heike Prestin (Geschäftsführerin DBfK Nordost), Sarah Fabisch (CHN) und Robert Bitterlich (Projektmanager Community Health Nursing in der Agnes-Karll-Gesellschaft im DBfK).
Vor-Ort-Termin beim Verbundprojekt ReGuLa mit (v.l.) Rebekka Kauthe (CHN), Heike Prestin (Geschäftsführerin DBfK Nordost), Sarah Fabisch (CHN) und Robert Bitterlich (Projektmanager Community Health Nursing in der Agnes-Karll-Gesellschaft im DBfK).

Veranstaltungshinweis: Internationale Fachtagung Community Health Nursing

Am  am 7. Juli 2026 findet von 10-17.30 Uhr die Internationale Fachtagung Community Health Nursing in Berlin statt. Auch eine Online-Teilnahme ist möglich. 

Wir wollen uns interntional erfolgreiche Modelle der Primärversorgung – insbesondere mit Konzepten des Community Health Nursing – anschauen. Nationale und internationale Expert:innen geben Erfahrungen und Erkenntnisse aus ihren Ländern weiter und loten die Perspektiven für Deutschland aus.

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