
Wie sieht die Zukunft der Profession Pflege aus und wie können junge Pflegefachpersonen sie aktiv mitgestalten? Darum ging es beim Forum Junge Pflege am 10. Oktober 2026 in Berlin. Die Lenkungsgruppe Junge Pflege des DBfK hatte einen abwechslungsreichen Tag mit fachlichen Impulsen, berufspolitischen Diskussionen und persönlichem Austausch organisiert.
Deutlich wurde dabei vor allem: Junge Pflegefachpersonen wollen nicht nur über Veränderungen sprechen, sondern die Zukunft ihres Berufs aktiv mitgestalten. Und sie sind motiviert dazu, zum Beispiel als die kommenden Führungspersonen.
So zeigten ihnen Pflegemanagerin Sabine Brase und Klinikpflegeleiterin Angela Schweitzer was „New Leadership in der Pflege“ ausmacht und wie zeitgemäße Führung den unterschiedlichen Bedürfnissen von Pflegefachpersonen gerecht werden kann. Besonders die Bedeutung psychologischer Sicherheit, einer wertschätzenden Teamkultur und die Herausforderungen beim Übergang von der Ausbildung in den Beruf wurden beleuchtet. Gute Führung bedeutet dabei nicht nur, Verantwortung zu übernehmen, sondern auch Entwicklung zu ermöglichen, Vertrauen zu schaffen und Mitarbeitende in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken.
In den anschließenden Workshops konnten die Teilnehmenden die Themen vertiefen. Neben modernen Führungskonzepten stand auch die Sprachsensibilität in der Pflege auf dem Programm. Silke Weber zeigte, wie Sprache unsere Wahrnehmung beeinflusst und weshalb eine bewusste, respektvolle und fachlich präzise Kommunikation ein wichtiger Bestandteil professionellen Handelns ist.


Pflegepolitik geht uns alle an
Am Nachmittag rückte die aktuelle berufspolitische Lage in den Mittelpunkt. Ingo Böing, stellv. Bundegeschäftsfüher, diskutierte mit den Teilnehmenden über die Herausforderungen zwischen Kostendruck, Strukturreformen und der weiteren Professionalisierung der Pflege. Dabei ging es nicht nur um aktuelle politische Entwicklungen, sondern vor allem um die Frage, wie Pflegefachpersonen ihre Erfahrungen und ihre fachliche Expertise in politische Entscheidungsprozesse einbringen können. Denn berufspolitisches Engagement beginnt nicht erst in politischen Gremien, sondern überall dort, wo Pflegefachpersonen ihre Stimme erheben, sich vernetzen und gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen eintreten.
Junge Pflege lebt vom Mitmachen
Das Forum bot auch viel Raum für persönliche Gespräche, neue Kontakte und gemeinsame Ideen. Die Lenkungsgruppe Junge Pflege stellte ihre Arbeit vor, beantwortete Fragen und sammelte mit den Teilnehmenden Anregungen für eine Mutmachbroschüre. Auch beim gemeinsamen Abendprogramm wurde der Austausch in entspannter Atmosphäre fortgesetzt.
Ein besonderer Dank gilt der Lenkungsgruppe Junge Pflege, die das Forum mit großem ehrenamtlichem Engagement vorbereitet und gestaltet hat. Die Mitglieder zeigen eindrucksvoll, wie wichtig junge Perspektiven für die berufspolitische Arbeit des DBfK sind. Sie bringen Themen ein, setzen eigene Schwerpunkte und schaffen Räume, in denen junge Pflegefachpersonen sich austauschen, vernetzen und gemeinsam etwas bewegen können.
Das Forum Junge Pflege macht Mut, sich einzumischen und Verantwortung für die Zukunft der eigenen Profession zu übernehmen. Der DBfK bietet dafür eine starke Gemeinschaft und vielfältige Möglichkeiten, sich mit eigenen Ideen und Erfahrungen einzubringen. Denn die Zukunft der Profession Pflege wird nicht nur von politischen Entscheidungen bestimmt – sie wird auch von den Menschen gestaltet, die sich heute für sie engagieren.