28.01.2026
(München) Pandemien, Naturkatastrophen und andere Krisenlagen machen deutlich: Ein resilientes Gesundheitswesen braucht die Pflege. Ein Positionspapier der Fachgruppe „Katastrophen- und Krisenmanagement in der Pflege“ des DBfK Südost e.V. zeigt auf, warum Pflegefachpersonen im Katastrophen- und Krisenmanagement unverzichtbar sind – und welche strukturellen Veränderungen es dazu braucht.
Herausgeberin des Positionspapiers ist die Fachgruppe „Katastrophen- und Krisenmanagement in der Pflege“ im DBfK Südost. Sie hat sich im Juli 2025 gegründet und bündelt pflegefachliche Expertise aus Praxis, Lehre und Wissenschaft.
Pflege sichert Versorgung auch im Ausnahmezustand
Im Positionspapier heißt es pointiert: „Pflegefachpersonen arbeiten an den entscheidenden Schnittstellen zwischen Versorgung, Organisation und Kommunikation – genau dort, wo Krisen entschieden werden.“ Sie koordinieren Abläufe, kommunizieren mit Patient:innen, Angehörigen und vulnerablen Gruppen und halten den Betrieb aufrecht. Dennoch sind sie in vielen Einrichtungen bislang nicht systematisch in Krisenstäbe und Entscheidungsstrukturen eingebunden.
Vom Flickenteppich zur Struktur
Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen ein wiederkehrendes Muster: Statt klarer Zuständigkeiten und abgestimmter Prozesse dominieren Einzelinitiativen und improvisierte Lösungen. Wertvolle pflegerische Expertise bleibt ungenutzt, obwohl sie gerade in der Präklinik, in der psychosozialen Unterstützung und in der Versorgung vulnerabler Gruppen unverzichtbar ist.
Prävention, Resilienz und Zusammenarbeit
Das Positionspapier fordert ein Umdenken: Prävention muss vor Reaktion stehen, denn „Resilienz entsteht nicht im Ernstfall, sondern durch Vorbereitung, Training und gute Zusammenarbeit.“
Qualifikation stärken, Rollen klären
Ein zentrales Anliegen ist die Weiterentwicklung von Qualifikationen wie „Disaster Nursing“. Katastrophen- und Krisenmanagement soll fest in Aus-, Fort- und Weiterbildung der Pflege verankert werden. Dazu gehören Kompetenzen in Kommunikation, Ersteinschätzung und Triage, psychosozialer Unterstützung sowie der Versorgung vulnerabler Bevölkerungsgruppen. Das Fazit des Positionspapiers ist eindeutig: „Pflegefachpersonen müssen als unverzichtbare Ressource verstanden, strukturell eingebunden und gezielt qualifiziert werden.“
Positionspapier Krisen- und Katastrophenmanagement