Lausitzer Pflegekongress: Wirksame Prävention braucht starke Pflege

Gute Bedingungen in der Pflege sind aktive Prävention gegen Fachkräftemangel / DBfK sieht Meilenstein für die Gesundheitsversorgung der Zukunft in Brandenburg

04.05.2026

Ob die Gesundheitsversorgung in Brandenburg künftig verlässlich funktioniert, entscheidet sich auch in der Prävention. In einem alternden Flächenland kommt es darauf an, gesundheitliche Risiken früh zu erkennen, Selbstständigkeit zu erhalten und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Zurecht widmet sich der Lausitzer Pflegekongress daher am 6. Mai dem Thema “Prävention - Gesundheit aktiv gestalten”.

Erstmals ist der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordost Mitveranstalter und richtet in seinem Programm den Blick auf die Bedeutung der professionellen Pflege für wirksame Prävention. Gute Ausbildungs-, Studien- und Arbeitsbedingungen sowie Karriereperspektiven sind zugleich aktive Prävention gegen den Fachkräftemangel und Pflegenotstand.

“Rekordausbildungszahlen nützen wenig, wenn die Abbruchquote hoch und die Verweildauer im Beruf niedrig sind”, so Johannes Wünscher, Vorstandsvorsitzender DBfK Nordost. “Es ist gut, dass Brandenburg nicht nur an den akuten Stellschrauben dreht, sondern den Pflegeberuf auch langfristig attraktiver machen will. Dieser Weg muss nun konsequent weitergegangen werden.”

So grundlegend Schulsozialarbeit und Zuwanderung für die Fachkräftesicherung sind, so entscheidend sind die Ausbildungsqualität und die Entwicklungsmöglichkeiten nach dem Examen. Das betrifft ausdrücklich auch die schnelle und vollständige Anerkennung der Qualifikation internationaler Pflegefachpersonen. Noch immer arbeiten viele lange unter ihrem eigentlichen Kompetenzniveau.

Neue Tätigkeitsfelder und Berufsbilder in der Pflege leisten beides: Disaster Nursing oder Schul- und Gemeindegesundheitspflege (Community Health Nursing) stärken die Vorsorge für Katastrophenlagen, verbessern Kindergesundheit und ermöglichen wohnortnahe Pflege. Zugleich ermöglichen sie es hochqualifizierten Pflegefachpersonen, ihre Kompetenzen eigenverantwortlich anzuwenden, was nachweislich die Zufriedenheit im Beruf verbessert.

Wünscher: “Wenn Ende des Jahrzehnts die ersten Pflege-Master-Absolvent:innen aus Cottbus an den jetzt geplanten Primärversorgungszentren auf Augenhöhe mit anderen Gesundheitsberufen arbeiten können, dann wäre ein Meilenstein erreicht für die Versorgung der Zukunft mit einem Fokus auf Gesundheitsförderung und Prävention nach internationalem Vorbild.”

Folgende Referentinnen sind Teil des DBfK-Programms beim Lausitzer Pflegekongress:

  • Julia Ballmann, Charité Universitätsmedizin Berlin (Disaster Nursing)
  • Sybille Rudnik, Spreeschule Cottbus (Schulgesundheitspflege)
  • Rebekka Kauthe, Projekt ReGuLa Spremberg (Community Health Nursing)
  • Selina Mooswald, Haus im Park Schönenwerd (Advanced Practice Nursing)
  • Josephine Postzich, Havelpflege Berlin (Mentoring)
  • Verena Andres, Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge Berlin (Praxisanleitung)
  • Melanie Stephan, AWO-Bildungszentrum Lübbenau (Schulsozialarbeit)

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