20.09.2026

In zwei Bundesländern der Region Nordost wurden ein neuer Landtag bzw. das Abgeordnetenhaus neu gewählt - Rückblick auf den Wahlkampf und Ausblick auf die Koalitionsverhandlungen.
In Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern haben die Wahlen zu klaren demokratischen Mehrheiten geführt, in der Hauptstadt sogar für mehrere Konstellationen. Das ist ein Erfolg der Zivilgesellschaft, auf den die Parteien in Regierungsverantwortung nun aufbauen müssen.
Auch der DBfK Nordost hatte sich in den Wahlkämpfen sowohl pflege- und gesundheits- als auch allgemeinpolitisch aktiv engagiert: mit dem Aufruf zum Demo-Zug für soziale Teilhabe bei der großen Sterndemo und einem prominent besetzten Wahl-Talk in Berlin (Foto oben) bzw. einem Online-Talk für MV, mehreren Schulbesuchen in Schwerin und Rostock (Foto im Text) sowie einem Programm für Menschenrechte und Demokratie beim Pflegesymposium in Greifswald (Foto unten).
In beiden Ländern wurden die Forderungen des Verbands engagiert diskutiert. In Berlin auf dem Podium: Tobias Schulze, Fraktionsvorsitzender der Linken, die die Wahl klar gewonnen hat, und Lars Düsterhöft, der für die SPD das einzige Direktmandat in der Hauptstadt erringen konnte, sowie Claudia Wein (CDU), die nicht wieder ins Abgeordnetenhaus einzieht.
Einig waren sich alle, dass der Stellenwert der professionellen Pflege sich nicht in passenden Strukturen spiegelt. Unklar blieb, welche Strukturen zu schaffen sind, auch mit Blick auf die nächste Krise nach dem großen Stromausfall zu Jahresanfang.
Wir bleiben mit den Parteien während der Koalitionsverhandlungen im Gespräch zu unseren Ideen: Mindestens braucht es verlässliche Daten und klare Ansprechpersonen über einzelne Einrichtungen und Träger hinaus, am besten eine Chief Government Nurse.

Der Pflege-Talk für MV war kurz vor der Wahl fachlich stark mit drei Pflegefachpersonen besetzt. Allerdings konnten weder Diana Goede (SPD) noch Claudia Tamm (Bündnis 90/Die Grünen) oder Harry Glawe (CDU) ihren Wahlkreis gewinnen und waren auch nicht ausreichend über die Landesliste abgesichert. Das ist schade, denn alle drei traten für erweiterte Kompetenzen und klare Entwicklungsperspektiven von Pflegefachpersonen ein. Den Einstieg in einen Systemwechsel für die Gesundheitsversorgung musste der DBfK Nordost allerdings selber fordern – und wird das auch in der neuen Legislaturperiode tun.
